Piraten empört über Fracking Pläne in der Oberpfalz

Fracking-PlakatWie kürzlich bekannt wurde, hat das bayerische Wirtschaftsministerium für 1500€ Lizenzen an eine britische Firma erteilt. Diese erlauben der Firma, bis 2017 im Weidener Becken nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. Die Briten vermuten in der Region konventionelle und unkonventionelle Vorkommen, d.h. nicht nur jene Vorkommen, die mit althergebrachten Fördermethoden gewonnen werden können, sondern auch bisher unzugängliche.

 

 

 

 

Bereits im Jahr 1989 stieß man in Weiden bei Bohrungen nach Thermalwasser auf Erdölvorkommen. Diese zu fördern war bis dato jedoch unrentabel. Erst mit der neuen Fracking-Technologie könnte man diese sogenannten „unkonventionellen Vorkommen“ erschließen. Die bayerische Regierung versucht, die Sache herunterzuspielen und versichert, dass es kein Fracking in Bayern geben werde. Dennoch investiert die britische Firma laut Presseberichten 900.000 Euro für die Erkundung des 2660 Quadratkilometer großen Gebiets [1].

Theresa Kienlein, Vorsitzende der Piratenpartei Oberpfalz, wirft den Behörden eine bewusste Täuschung der Bürger vor: „Die Staatsregierung versprach ‚Kein Fracking in Bayern‘, und trotzdem werden für die Gegend um Weiden Lizenzen dafür vergeben.“

Die Piratenpartei positioniert sich klar gegen Fracking, da die Umweltschäden, die durch diese Methoden entstehen,nicht abzusehen sind. Für die Menschen sind die Folgen nach Erfahrungen aus den USA, wo diese Technologie seit Jahren angewendet wird, dramatisch: Die Risikofaktoren reichen von Rissen in Häusern bis zu massiven Gesundheitsschäden durch vergiftetes Trinkwasser und radioaktive Gesteinsschichten.

Bei der Fracking-Methode wird ein Gemisch aus hochgiftigen und krebserregenden Chemikalien und Wasser unter hohem Druck in den Erdboden gepresst, um Risse in den Gesteinsschichten zu erzeugen, aus welchen dann das Gas strömt. Während das Wasser wieder abgepumpt wird, verbleibt der Chemikaliencocktail zum Teil im Bohrloch, um die Risse geöffnet zu halten.

„Wir müssen verhindern, dass es bei uns überhaupt so weit kommt“, fügt Kienlein hinzu. Die Piraten planen bereits, zusammen mit anderen Verbänden und Parteien eine Bürgerinitiative gegen Fracking in der Oberpfalz zu starten.

Gerade auch im Zusammenhang mit Fracking bereitet den Piraten das geplante transatlantische Handelsabkommen TTIP Sorgen. Dieses erlaubt Energiekonzernen, im Rahmen des im Abkommen festgehaltenen „Konzern-Klage-Rechts“ eine Fracking-Erlaubnis gerichtlich einzuklagen. Der Staat müsste den Konzernen dann entweder eine Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen oder eine solche Förderlizenz erteilen.

 

Referenzen [1] http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4099689-454-schreckgespenst_dallas,1,0.html

Fracking erklärt — Chance oder Risiko? http://www.youtube.com/watch?v=TjY3krrEYJU/

https://de.wikipedia.org/wiki/Fracking


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