Urheberrechtsvortrag von Bruno Kramm in Weiden

Die Weidener Piraten veranstalteten am Dienstag, den 14.08.2012 ab 20:00 Uhr einen Vortragsabend zum Thema „Urheberrecht“. Gastredner war Bruno Kramm. Er ist selbst Musiker, Produzent und Labelbetreiber. Weiterhin ist er Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei Deutschland. Es waren ca. 25 Piraten anwesend. Darunter auch viele Gäste aus den Nachbarregionen Tirschenreuth und Oberfranken.

In seinem Vortrag ging Bruno Kramm, zunächst auf die Geschichte des Urheberrechts ein und erläuterte den Werdegang der Verwertungsrechte über die Jahrhunderte. Dass die z.Z. geführte Diskussion über die Reform des Urheberrechts im Wesentlichen eine Diskussion über Verwertungsrechte ist, wurde allen Beteiligten schnell klar. Es geht um Milliardenbeträge, die die verschiedenen Verwertungsgesellschaften weltweit im „Auftrag“ der Urheber von überwiegend Musik- Film- und Literaturproduktionen einsammeln und nach intransparenten Schlüsseln verteilen.

Bruno Kramm betonte, dass keineswegs die Zerschlagung der bestehenden Strukturen (in Deutschland an erster Stelle der GEMA) erfolgen dürfe, sondern dass es vielmehr Ziel auch der Piraten sein müsse, die existierenden Verteilungsmechanismen zunächst zu verstehen, sie in ihrer Monopolstellung zu verändern und zu einer gerechteren Verteilung der von den Konsumenten gezahlten Nutzungsgebühren zu finden.

Kultur muss und will zuerst zirkulieren – dann müssen wir über die Honorierung nachdenken und nicht umgekehrt.

Dieser Kernsatz in der Auffassung der Piraten bedeutet automatisch, dass eine Honorierung erfolgen soll und muss. Die Piraten reden keiner Gratiskultur und „all for free“ Mentalität das Wort, sondern suchen den gesellschaftlichen Konsens zwischen den Interessen der Künstler, der Verwerter und der Konsumenten.

In einer Zeit, in der Vertriebswege und Produktionsmittel endlich demokratisiert und für jedermann zugänglich sind gilt es sicher zu stellen:

  1. dass die Nutzung dieser neuen Zugangswege nicht wie bisher von einigen wenigen finanziell ausgebeutet werden und weite Teile des bereits geschaffenen Kulturguts aus diesem Grunde nicht öffentlich zugänglich ist,

  2. dass der Masse der Kreativen der Marktzugang ermöglicht wird, indem sie über alle Möglichkeiten der (kommerziellen) Nutzung informiert werden und dadurch nicht mehr am finanziellen Existenzminimum vegetieren müssen

  3. dass Zahl der Nutzer dieser Werke in der breiten Öffentlichkeit steigt und diese nicht kriminalisiert werden, weil sie sich einfacher technischer Mittel bedienen (können), deren juristische Konsequenzen aber wohl formuliert in AGB‘s versteckt jeder Lebensrealität enthoben sind.

Bruno Kramm möchte mit seinem Vortrag zu diesem Thema, vor allem eine breite Information der Basis erreichen und bittet alle Piraten, ihn dabei zu unterstützen. Nur wenn in der Gesellschaft publik ist, wie es zur Zeit funktioniert, wird das Verständnis für die Notwendigkeit der grundlegenden Änderung wachsen und werden die Piraten mit Ihren Vorschläge Gehör finden.


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