Gastbeitrag: Ein Bayer zum BGE

Dieser Artikel ist die eigene Meinung von Jan Kastner, erster Vorsitzender des BzV Oberpfalz, das Orginal ist auf seinen Blog erschienen:

http://kollegejansen.wordpress.com/2011/12/07/ein-bayer-zum-bge/

Das ist nicht die Meinung der Piratenpartei oder einer ihrer Untergliederungen


Warum ich als Bayer zum BGE schreibe? Ok, erst mal gebe ich einen Fick auf meine Herkunft, aber das soll in diesem Kontext mal egal sein. Es kursieren Gerüchte, dass alle Bayern gegen das BGE seien. Um irgendwelchen eingeschränkt denkenden Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen: Das ist Bullshit! Allergrößter Schwachfug.

Niemand ist gegen das BGE, weil er aus der Region XYZ kommt. Genauso wenig wie im Osten alle Nazis sind, Italiener nur Schwalben können, aber kein Fußball, oder Juden große Nasen haben.

Wo bin ich denn gelandet, wenn man wegen seiner Herkunft in eine Schublade gesteckt wird? Es gibt Menschen, die auch innerhalb der Piratenpartei gegen das BGE sind und das aus berechtigten Gründen. Nicht, weil in ihrer Heimat die Erde hügelig ist und alle unverständlich reden. Die Kritiker des BGEs argumentieren meist sachlich und sprechen Schwachpunkte in den verschiedenen Versionen des Grundeinkommens an.

Die Verfechter des BGEs sollten lieber genauso sachlich auf diese Punkte eingehen und nicht die Kritiker wegen ihrer Herkunft verunglimpfen. Denn wenn die Schwachstellen nicht wahrgenommen und beseitigt werden, wird das nichts mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen. So, da ich euer Weltbild jetzt eh schon zerstört habe, kann ich ja gleich weitermachen: Ich habe für den Antrag gestimmt. Tja, und ich war nicht der einzige Bayer. Aber ich habe das nicht gemacht, weil ich Bayer bin oder aus anderen regional/nationalen Gründen, sondern aus einem ganz einfachen Grund: Ich bin ein riesen Fan der Vision dahinter. Lest das bitte genau, denn auch die Gegner des Grundeinkommens haben in den letzten Tagen gezeigt, dass sie das nicht wirklich tun. Da steht: ich bin ein Fan der Vision. Ich bin kein Fan des Begriffs BGE. Dahinter stecken so viele verschiedene Modelle, dass ich dazu gar nicht wirklich Stellung nehmen kann. Aber dass es keine Vollbeschäftigung mehr geben kann und wird, muss doch jeder sehen. Auch darf der Mensch nicht gezwungen werden sich kaputt zu arbeiten unter undankbaren, unterbezahlten Bedingungen und unter großer körperlicher Abnutzung, nur damit er überleben kann. Arbeitslose und Geringverdiener werden abfällig betrachtet und als nicht vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft abgestempelt. Ohne dass irgendjemand sich die Frage stellt, warum das so ist. Das kann kein Pirat gut finden.

Und nun nochmal ein Paar Punkte an die Piraten, bei denen die Welt mit diesem Antrag unterging: Was ist so falsch daran, hinter dieser Vision zu stehen? Was ist so falsch daran, das alles von Experten durchrechnen zu lassen? Und was zum Teufel ist so falsch daran, am Ende das Volk entscheiden zu lassen, ob ein BGE sinnvoll ist oder nicht?

Das BGE ist und kann nicht die Lösung unserer Probleme sein. Aber darüber zu diskutieren und die Idee weiter zu entwickeln kann dazu führen das die Welt ein Stück Gerechter wird.

So, ich muss jetzt aufhören, habe jetzt dann Uni. Und danach noch Piratenarbeit und Wasserwacht. Ach ja und ich müsste noch ein paar Artikel für die Obdachlosenzeitung schreiben. Alles für keinen einzigen Cent. Das mache ich, weil meine Eltern mich finanzieren. Ich würde das gleiche machen, wenn der Staat meine Finanzierung übernehmen würde. Und wenn irgendwer behauptet, das wäre alles keine Arbeit der … Tja, dem ist halt einfach nicht mehr zu helfen.


Kommentare

4 Kommentare zu Gastbeitrag: Ein Bayer zum BGE

  1. Was bedeutet für dich Seriösität? So zu schreiben das es allen past? Ich glaube nicht. Ich bin froh es so zu machen wie ich es für richtig halte. Unseriös dafür mit Stil.

    Danke für dein Kommentar.

    Grüße

    Jan

  2. Alex schrieb am

    Nein – aber klarstellen das das deine absolute Eigenmeinung ist – und nicht die der Piratenpartei Oberpfalz!

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